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NOCH MEHR GENUSS

Genuss und Gesundheit sind für mich untrennbar miteinander verbunden.

Genießen, und damit meine ich nicht das kurzfristige konsumieren, sondern die Hingabe an den Augenblick, an das Hier und Jetzt, ist einerseits eine essentielle Grundlage für die Gesundheit und andererseits auch das Ergebnis, die Folge von Gesundheit.

Es verhält sich ähnlich wie bei dem Gedankenspiel „wer war zuerst da: Henne oder Ei“.

Beim Genießen nehmen wir über unsere Sinne und unser Herz das Außen wahr und in uns auf. Wir fühlen die sanfte Berührung der ersten Sonnenstrahlen im Frühling oder spüren das frische Gras unter den Füßen, lauschen dem ersten Vogelgezwitscher oder dem Murmeln des Bächleins, das sich seinen Weg durch das schmelzende Eis bahnt. Wir riechen den Duft von frisch gefälltem Holz oder erfreuen uns am Anblick einer wunderschönen Landschaft. Wir sind eins mit uns und mit dem Moment. Wir lassen uns nieder in uns selbst und gleichzeitig sind wir in Kontakt mit der Welt, mit dem Außen. Wir können über die Vergangenheit sinnieren, von der Zukunft träumen, aber genießen können wir nur im Augenblick, nur in diesem Moment. Und wir öffnen unser Herz für die Schönheit dieses Augenblicks und es entsteht in uns ETWAS. ETWAS was uns an- und erfüllt, uns tief durchatmen und aufatmen lässt, und unser Herz zum Lächeln bringt. Jede Pore, jede Zelle in uns scheint es aufzusaugen.

Und dann wandeln wir das von außen Kommende um, transformieren es zu etwas ganz Persönlichen, Individuellen, zu unserer Energie, unserer Kraft, unserer Freude, unserem Lächeln etc..

Es ist als entdeckten wir neue Räume in uns oder vielmehr vergessene Räume in uns neu, die durch das Außen zum Klingen gebracht werden - und wir gehen damit in Resonanz. Neues wird geschaffen, Verlorengegangenes wird wiedergeboren.

So entsteht Neues und Eigenes in uns, welches wir dann nutzen können, um zu wandern, zu singen, zu arbeiten, ja selbst um von Termin zu Termin zu eilen oder schwierige Büroarbeiten zu erledigen, je nachdem was gerade so ansteht. Es entsteht ein Wechsel und ein Wandel zwischen Außen Innen, Innen Außen etc..

Noch ein paar Gedanken dazu, was Gesundheit und Krankheit anbelangt.

Gesundheit bedeutet für mich nicht die völlige Abwesenheit von Krankheit, sondern dass es einen Teil in mir gibt, egal wie klein oder groß dieser auch sein mag, der genießen kann und in dem ich mich wohl und geborgen fühle. Das ist die unerschöpfliche Quelle, die mich speist und nährt, um für das, was ansteht, bereit zu sein. Das ist das Depot, aus dem ich meinen Regenschirm oder Sonnenschirm, meinen Friesennerz oder Wintermantel zaubere, um für bzw. in jeder Wetterlage bereit und geschützt zu sein. Dies ist der Teil in mir, in dem „die Sonne scheint“.  Dieser Teil bleibt bestehen, selbst wenn dunkle Wolken am Himmel aufziehen, ja vielmehr: je dunkler es wird, desto heller erscheint dieser Teil.

Frei nach Johann Wolfgang von Goethe „da wo viel Schatten ist, muss viel Licht sein“

Auch bedeutet Krankheit für mich nichts Negatives. Sie ist ein Hinweis darauf, dass es Zeit für eine Veränderung in meinem Leben ist. Dies soll nicht das Unangenehme, das Schmerzliche und das manchmal Leidvolle, das dieser Phase innewohnt, nehmen oder schmälern, aber das Ergebnis daraus wird immer positiv sein, wenn man die Chance auf Veränderung darin erkennt.

Jeder kennt den Satz „Not macht erfinderisch“; er trifft auch auf mich zu. Ich wäre sonst nicht zu meinen jetzigen Erkenntnissen gekommen; das heisst aber nicht, dass ich nicht auch durch Schönes lerne. Beides trifft zu. Meist katapultiert mich aber als Initialzündung ein negatives Erleben deutlich intensiver als ein positives in andere Sphären, alles danach ist ja positives Lernen. Nur die Einleitung einen neuen Weg zu gehen, ist für mich durch einen „kleinen Stolperer“, Hindernis oder mitunter auch gelinde gesagt „Klatsche“ schneller initiiert; je nachdem, was es braucht, um mich wieder auf meinen Weg zu bringen. Das „Universum“ hilft nur nach, sonst trotte ich faul und bequem auf dem alt Eingefahrenen einfach weiter. 

Der richtige Fokus

Wenn man krank ist, einen Unfall hatte, etc. - sprich wenn etwas nicht so funktioniert, wie es üblicherweise funktionieren sollte, dann konzentrieren sich in der Regel Therapeuten und Ärzte auf den kranken Teil, die betroffene Seite, etc.. Das macht durchaus Sinn und sollte immer Hauptanteil der Therapie sein. Manchmal braucht es aber noch eine weitere Erfahrung.

Das Konzentrieren auf die Erkrankung kann u.U. das Gefühl steigern, dass man sich als nicht heil, als nicht gesund empfindet; man empfindet sich als kaputt, krank, entzweit und zerrissen. Der Fokus liegt nur noch auf dem Kranken, Kaputten, Nicht-Funktionierendem. Dieses Gefühl verdrängt die Tatsache, dass es auch noch gesunde Bereiche in einem gibt.

Es kann eine sehr heilsame und Entspannung bringende Erkenntnis sein, wenn der Therapeut sich der gesunden Seite widmet. In dem Moment, in dem man wieder Zugang zu diesem Teil bekommt, kann sich das aufgewühlte System beruhigen. Es gibt einen Bereich in einem selbst, der unversehrt ist und dieses Gefühl kann Trost und Zuversicht geben. Es spielt dann keine Rolle mehr, ob man wieder ganz oder nur teilweise gesund wird. Wichtig ist nur, dass es einen Teil gibt - und sei er noch so klein - der heil und gesund ist. Darin kann man sich niederlassen und entspannen, sich in Sicherheit fühlen und somit kommt man zur Ruhe und tankt Energie auf. Dieser Teil freut sich des Lebens und er nimmt den (noch) nicht gesunden Anteil liebevoll an die Hand und gemeinsam gehen sie durchs Leben, miteinander, nicht getrennt, sondern sich gegenseitig stützend.